Jungunternehmer*in lässt sich zur internationalen Höhenretter*in ausbilden

Zum 5-jährigen Bestehen der Firma Seiltechnik Dendorfer aus Straubing bestand Katrin Dendorfer die Ausbildung und Prüfung zum Rope Rescue Level 3 Advanced erfolgreich.

 

Jungunternehmer*in Katrin Dendorfer - die als Baumpfleger*in mit Ihrem Team hauptsächlich im Landkreis und darüber hinaus tätig ist - sowie auch deutschlandweit als Höhenarbeiter*in in Industrie und auf Veranstaltungen, ließ sich kürzlich zum Rope Rescue Level 3 Advanced nach ITRA Standard ausbilden. Die Ausbildung fand unter dem Träger ITRA (International Technical Rescue Association) in Rotterdam statt und wurde erst zum vierten Male in Europa durchgeführt. Katrin Dendorfer hat ihren bisher bereits vorhandenen Qualifikationen damit einen weiteren hochqualitativen Baustein hinzugefügt.

 

 

Immer mehr Ausbildungsstätten eröffnen weltweit, da jede zertifizierte Person überall auf der Welt arbeiten oder sich weiterbilden kann. Der einheitliche Standard ermöglicht, dass jeder die erlernten Techniken sofort anwenden und man mit jedem Team weltweit zusammenarbeiten kann.

 

Die erlernten Techniken sind dieselben, die der SRHT (Sicheres Retten aus Höhen und Tiefen), also der Ausbildung der deutschen Feuerwehr - Höhenrettung entspricht. Zusätzlich sind Techniken aus der Seiltechnik, welche man als Industriekletterer und Baumkletterer erlernt, inbegriffen.

 

 

Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildungswoche war, eine verletzte Person adäquat erst zu versorgen, danach in eine Korbtrage zu legen und diese ruhig und zügig 6m nach oben zu ziehen oder nach unten abzulassen. Eine andere Trainingssituation war beispielsweise, eine Person aus einem Hangbereich nach oben zu ziehen. Einige der Techniken sind als Einzelperson umzusetzen, die meisten sind jedoch nur in einem Team umsetzbar. Diese Auswahl ist immer situationsabhängig. Hinzu kommt die Herausforderung, dass man sich als Höhenretter anhand entsprechender Techniken und Material selbst bestmöglich absichern muss, um weder die zu rettende Person noch sich selbst zu gefährden. Bei Arbeiten in der Höhe oder in Silos ist generell eine außerordentliche Sorgfaltspflicht Voraussetzung, damit Unfälle möglichst vermieden werden.

 

 

Immer öfter wird man daher als „Stand-by Team“ angefragt, um bei Montagearbeiten, Inspektionen oder Revisonsarbeiten sofort eingreifen zu können, wenn in exponierten Lagen Unfälle passieren. Gleiches Prinzip kennt man bei Veranstaltungen mit Feuerwehr und Rettungsdienst, welche vor Ort sind, um bei Ereignissen sofort helfen zu können und die Kollegen und Kolleginnen nachzualamieren.

 

In vielen Industrieparks gibt es oft sehr hohe Gebäude oder sehr verwinkelte Arbeitsplätze, in denen eine Rettung seitens Feuerwehr und Rettungsdienst in der vorgegebenen Zeit kaum möglich ist. Bei Arbeiten im Offshore – Bereich ist die Unfallrettung ein noch komplexeres Thema, da das nächste Krankenhaus erst an Land zu finden und ein Rettungstransport nur per Schiff bzw. Hubschrauber möglich ist.

 

 

Die Beurteilung eines möglichen Notfalls bei Arbeiten und die damit einhergehende Gewährleistung von Erstversorgung, unverzüglicher Rettung und Evakuierung von Beschäftigten fallen in den Verantwortungsbereich des beauftragenden Unternehmens. Grundlage dafür sind Arbeitsschutzgesetz, Sozialgesetzbuch, Betriebssicherheitsverordnung und DGUV Vorschriften.

 

Da Berufsfeuerwehren und Rettungsdienst den Auftrag haben, schnelle Hilfe und dauernden Bereitschaft in einem bestimmten Bereich sicherzustellen, ist eine – teilweise – sehr aufwendige Rettung sehr personal – und materialintensiv. Sie müssen Personal und Material erst an den Unfallort bringen und sich dort einen Überblick über die Sachlage und evtl. vorherrschende Gefahren verschaffen. An diesem Punkt sind „Stand-By Teams“ vorteilhafter, da diese bereits bei Auftragsbeginn eine Gefährdungsbeurteilung abgeben sowie Sicherheitseinweisungen und Arbeitserlaubnis für das Betreten bestimmter Bereiche bekommen. Ebenso ist das Rettungsmaterial bereits vor Ort vorhanden bzw. aufgebaut, um bei Unfällen zeitnah agieren zu können und somit Menschenleben retten.

 

 

Anmerkung: Die komplette Ausbildung fand unter strengsten Hygienevorschriften statt.